Perspektivisch Denken! – vorausschauend Handeln!
Auf der Gemeinderatssitzung am 24.04.2012 werden die Fraktionen von CDU/FDP, SPD und Woltersdorfer Bürgerforum gemeinsam den nachstehenden Antrag einbringen, mit dem eine nachhaltige Versorgung der Gemeinde Woltersdorf mit Kitaplätzen für alle Altersgruppen gesichert werden soll, ohne damit das Raumangebot für Grundschule und weiterführende Schule (FAW) zu reduzieren oder zu gefährden.
Beschlussentwurf für den 24.04.2012
Zur nachhaltigen Sicherung des Bedarfs an Kita- und Schülerplätzen in der Gemeinde Woltersdorf beauftragt die Gemeindevertretung die Verwaltung, die Voraussetzungen für die Schaffung von bis zu 80 neuen Kitaplätzen an einem oder mehreren der folgenden Standorte zu prüfen:
- Standort Weinbergstraße, Umbau und/oder Erweiterung
- ehemaliges Altenheim in der Rüdersdorfer Str. 19/20
- Räume über dem Netto-Markt in der Berliner Straße
- ehemaliger Plusmarkt im Ortszentrum
- Standort „Alter Krug“
- weitere mögliche Standorte, insbesondere auf gemeindeeigenen Grundstücken.
Dabei ist die beim jeweiligen Standort mögliche und sinnvolle Lösung (Umbau, Erweiterung, Neubau, Anmietung) zu prüfen und für einen Planungszeitraum von 5 Jahren, 10 Jahren und 15 Jahren hinsichtlich Kosten pro Kitaplatz, Flexibilität und Kapazität qualifiziert zu untersuchen und schriftlich darzustellen. Außerdem ist der Einsatz von Fördergeldern in allen Varianten zu prüfen.
Die Varianten sind in der nächsten Sitzung am 24.05.2012 vorzustellen, damit frühzeitig über einen neuen Antrag auf Fördermittel entschieden werden kann. Zu diesem Termin wird dann über den Termin für eine erforderliche Sondersitzung des Sozialausschusses zur Auswahl der geeigneten Projekte entschieden werden.
Zu einer Begehung der zu prüfenden Bestandsobjekte sind die Mitglieder des Sozialausschusses mit ordentlicher Frist einzuladen.
Begründung:
Eine bedarfsgerechte Versorgung der Gemeinde Woltersdorf mit Kitaplätzen ist bisher nicht gesichert. Die von der Verwaltung angestrebte Schaffung von 25 Kitaplätze in der U3-Förderung am Standort Weinbergstraße ist allenfalls eine Übergangslösung allein für den U3-Bedarf und das auch nur für 2 Jahre. Es gibt in der Gemeinde einen nachhaltigen Bedarf von bis zu 80 Kita-Plätzen. Woltersdorf ist ein attraktiver Zuzugsort für junge Familien. Das muss auch so bleiben.
Es ist zu befürchten, dass durch den geplanten Umbau der Weinbergstraße, wie jetzt von der Verwaltung vorgeschlagen, nach 2 Jahren ein erheblicher Engpass an Schulräumen entsteht und zugleich die Engpässe im Kita-Bereich fortbestehen. Der Einsatz von 250.000 € für eine Übergangszeit von 2 Jahren kollidiert mit den Auflagen der Fördermittelgeber, welche die Nutzung der umgebauten Räume für 10 Jahre festschreiben würden.
Die vertraglichen Bindungen mit der weiterführenden Schule FAW erlauben keine zweijährigen Experimente. Die Gemeinde hat sich vertraglich verpflichtet, dieser Schule angemessene Räume zur Verfügung zu stellen. Die aktuelle Planung der Verwaltung konterkariert diese vertragliche Zusage.
Die Entwicklung der Geburtenzahlen zwingt zu einer sofortigen Überprüfung aller Kapazitäten im Ort und führt die von der Verwaltung geplanten Maßnahmen ad absurdum. Wir brauchen wesentlich mehr als 25 Kitaplätze und perspektivisch alle momentan zur Verfügung stehenden Schulräume! Darum können wir uns eine Vernichtung von Klassenräumen nicht leisten.
Deshalb ist eine grundsätzliche Neuorientierung und Prüfung aller denkbaren Alternativen (Umbau und/oder Erweiterung bestehender Objekte, Neubau auf gemeindeeigenem Grund, Anmietung bestehender Objekte) und deren objektiver Vergleich notwendig. Dabei müssen alle Träger eingebunden werden (Kita und Schule).
Wenn jetzt eine Entscheidung für eine Nutzungsänderung der Weinbergstraße fällt, wäre diese Kapazität die nächsten 10 Jahre gebunden und es würden Schulräume fehlen, ohne dass eine nachhaltige Lösung für bestehende Engpässe in den Kitas geschaffen wäre.
Veröffentlicht am 22.04.2012