Aus unserem Flyer 1/2018 - Der Einleger

Veröffentlicht am 27.04.2018 in Ortsverein

Aus unsemrem Flyer 1/2018: Der Einleger

Haushaltsauflösungen sind nicht schön. Man hat immer so ein ungutes Gefühl, in den Sachen Anderer zu wühlen. Im Keller, in einer verborgenen Kiste, fand ich ein paar Seiten eng beschriebenes Schreibpapier. Offenbar schon einmal zerknüllt und wieder geglättet, war es nur noch schwer und auch nicht mehr vollständig lesbar.

 

 

Interview mit Herrn Bürgermeister...

zum Amtsjubiläum“

 

– da fehlte ein Stück – gerade der Name und ich kann mich nicht erinnern, dieses Interview je gelesen zu haben – aber es ging um Woltersdorf, wie man dem Text entnehmen konnte:

 

„R.: Herr Bürgermeister, wenn Sie auf Ihre bisherige Amtszeit zurückschauen, was waren Ihre schönsten, erfolgreichsten Stunden? S.: Da könnte ich einiges nennen. Woltersdorf hat in den letzten Jahren in seiner Entwicklung einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Das ist vor allem auch ein Verdienst der Abgeordneten, die bei aller notwendigen Diskussion Entscheidungen getroffen haben. Einer von drei Höhepunkten war sicherlich die Einweihung der neuen Schleuse. R.: Sie haben ja nie daran gezweifelt, dass das gesamte Vorhaben ein großer Erfolg für Woltersdorf werden würde … S.: … nein, es war eines unserer zentralen Projekte der letzten Jahre. Meine Amtsvorgängerin hat ja gemeinsam mit engagierten Woltersdorfer Bürgerinnen und Bürgern diese Vorhaben vor über 20 Jahren auf den Weg gebracht. Wenn man heute an der Schleuse die Straßenbahn verlässt, bietet sich ein vielfältiges Angebot an Erholung, Kultur und Gastronomie. Schon in der Schleusenstraße fällt einem auf, dass die im alten Stil erneuerten Fassaden der Häuser einen einladenden Eindruck hinterlassen. Die Gestaltung der Innenhöfe mit kleinen Galerien, mit Kunsthandwerk, aber auch mit Gastronomie haben das Leben an der Schleuse schon ein Stück weit verändert.

 

R.: … und der Schleusenbereich selbst … S.: … es war ein großes Glück für uns, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin uns ohne Bürokratie die nichtbetriebsnotwenigen Grundstücke zurückübertragen hat. So konnten wir den Schleusenweg, also den Weg rechts neben der Schleuse, so wie im Bebauungsplan vorgesehen, bebauen lassen. Die Investoren haben im Rathaus Schlange gestanden. Heute freuen wir uns über Gaststätten, Hotels und Pensionen sowie über eine gute Anzahl von Wohnungen, die dort entstanden sind.

 

R.: Das kommt doch aber hauptsächlich Urlaubern und Tagesgästen zugute. Was haben die Woltersdorfer denn davon?

 

S.: Die Woltersdorfer nutzen die Erholungsmöglichkeiten noch mehr, als die Urlauber und Tagesgäste. Vom Berliner Platz (Anm. der Red. AlexA Seniorenresidenz) benötigt man mit der Straßenbahn ja nur 8 Minuten. Die Möglichkeit, den neuen Uferwanderweg von der Strandpromenade über die Schleusenhalbinsel bis zur Werderstraße nutzen zu können, sich auf Parkbänken auszuruhen, in einem der einladenden Kaffees auf dem Schleusenweg sich zu stärken oder auch einem der regelmäßig stattfindenden Serenadenkonzerte auf der Halbinsel zu lauschen, zieht nicht nur unsere älteren Woltersdorfer Bürgerinnen und Bürger an, sondern durchweg alle Altersgruppen. R.: Was noch fehlt, ist die Brücke über den Schleusenkanal

 

S.: Die Finanzierung steht nun endlich, Einweihung ist am 1. Mai kommenden Jahres. R.: Sie sprachen Eingangs von drei Höhepunkten …

 

S.: Ja, in diesem Zusammenhang muss ich vor allem die Straßenbahnlinie der Woltersdorfer Straßenbahn von Erkner zum Vogelsdorfer Platz nennen. Wie wurden wir damals verlacht. Das geht doch gar nicht. Man hat, wie immer wenn man etwas visionär denkt, sofort gefühlte hundert Gründe parat, warum etwas nicht geht. Dass aber die Woltersdorfer Straßenbahn, gerade wegen der hohen Auslastung ihrer neuen Linie (Anm. der Red. im Berufsverkehr und am Wochenende direkt zur Schleuse verkehrt die Straßenbahn im 15-Minutentakt mit zwei Anhängern, hat Anschluss zu den im 15-Minutentakt fahrenden RE 1), fast subventionsfrei betrieben werden kann, dass der Parkplatz in Erkner auch tagsüber wieder freie Plätze hat ist dem Umstand geschuldet, dass viele Pendler ihre Autos stehen lassen und lieber mit der Straßenbahn zum RE 1 fahren. Auch die Wohngebiete um den Vogelsdorfer Platz sind ein Stück dichter an Woltersdorf herangerückt. Vergessen sind die Zeiten, da man vor allem in den Ferien nur alle 1-2 Stunden mit dem Bus fahren konnte.

 

R.: Aber das hat ja auch etwas gekostet?

S.: Man darf nicht alles danach bewerten, ob es etwas gekostet hat. Ja! Aber wir profitieren alle davon. Nicht zuletzt auch die Umwelt. Aber auch Erkner und Woltersdorf sind dichter zusammengerückt. Wir sind den Erkneranern sehr dankbar, dass sie das Projekt mit uns gemeinsam gestemmt haben. Gespart haben sie sich die Erweiterung des Parkplatzes, der nach dem Fahrverbot für Diesel-PKW’s unvermeidlich gewesen wäre. Profitiert hat auch der Einzelhandel in Erkner. Nicht umsonst wird dort aktuell diskutiert, die Straßenbahn vom Bahnhof aus zu verlängern.

 

R.: Der dritte Höhepunkt?

 

S.: War für viele auch der erste Höhepunkt. Die Eröffnung der Woltersdorfer Radwege. Der Radweg, der als erstes geplant wurde, konnte ja schon unter meiner Amtsvorgängerin fertig gestellt werden. Also der Weg vom Stolp über die neue Bootsmanufaktur, die dortige neue grüne Siedlung am Ufer des Kalksees entlang zum Strandbad. Die Idee, die Richard-Wagner-Straße, die Schubertstraße und die Kalkseestraße bis zur Schleusenstraße als Fahrradstraße auszubauen (Anm. der Red.: frei für Anlieger) war Gold bzw. Geld wert, flossen doch dadurch Fördermittel. Außerdem führte es dazu, dass ein großer Streit an der Schleusenstraße beigelegt werden konnte: Durch diesen Radweg auf der Kalkseestraße musste man am Schleusenberg keine Rücksicht mehr auf Fahrradfahrer nehmen. Einer der schwerwiegendsten Gründe für eine Asphaltfahrbahn war damit vom Tisch und der Schleusenberg konnte im historischen Kopfsteinpflaster neu hergestellt werden.
Hinter der Schleuse hat dieser Radweg dann Anschluss an den Radweg nach Erkner – entlang des Flakensees und der Löcknitz zum Fernradweg R1. Der zweite Radweg war schon schwieriger zu realisieren. Von der Kalkseestraße, Blumenstraße zur Gartenstraße – war es noch einfach. Der Abschnitt über den Steg war eine Herausforderung für die Planer. Die Rahnsdorfer Straße stellte dagegen kein Problem dar. Hier war ja schon die Straßenbahntrasse gemeinsam mit einem Radweg geplant worden. So haben wir auch erfolgreich mit Berlin verhandeln können um den Anschluss zum Radweg an der Woltersdorfer Landstraße herstellen zu können (Anm. der Red. Das Waldstück hinter der Rahnsdorfer Straße gehört zu Berlin). R.: Ein Radweg ist doch aber noch in Planung? S.: Der Radweg von Rahnsdorf – entlang der Straßenbahn nach Woltersdorf. Berlin hatte nur geringes Interesse daran, den auf Berliner Territorium führenden Radweg zu finanzieren. Und Berlin ist schließlich ein anderes Bundesland – für Behörden eine oftmals unüberwindliche Grenze. Dank unseres Abgeordneten in Potsdam wurde aber nun eine Lösung gefunden. Baubeginn: September nächsten Jahres.

 

R.: Eine letzte Frage, Herr Bürgermeister, die Veranstaltungen, die seit vielen Jahren freitags vor dem Rathaus stattfinden und zu einer Woltersdorfer Institution geworden sind, sollen perspektivisch an die Schleuse verlegt werden. Was sagen …“ Ein lautes Piepen unterbricht das Interview. Das Papier vor mir verblasst zunehmend und macht einem permanent piependen Wecker Platz. 4:30 Uhr ! Aufstehen. Benommen schalte ich die Nachttischlampe an. Ich muss aufstehen, die Arbeit wartet. Die Straßenbahn an der Haltestelle Vogelsdorfer Platz sicher nicht, oder war es der Bus, oder fahre ich doch mit dem Auto nach Erkner? Ich bin, wie gesagt, noch ganz benommen.

 
 

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Eichberg

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