Ein Ortsentwicklungskonzept für Woltersdorf

Veröffentlicht am 16.03.2021 in Kommunalpolitik

Die Schaffung eines Ortsentwicklungskonzeptes für unsere Gemeinde steht schon lange Zeit auf der Wunschliste der Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter. Auch vor der Kommunalwahl 2019 wurde der Wunsch danach immer mal wieder bekräftigt – doch richtig durchgerungen hat man sich nicht. Mit der Aufstellung des Haushaltsplanes 2021 aber wurden der Gemeindeverwaltung nun erstmals Mittel für die Erarbeitung zur Verüfung gestellt. Bereits im letzten Jahr hatte die Verwaltung die Fraktionen gebeten, erste Ideen und Anregungen mitzuteilen, wie ein Ortsentwicklungskonzept aufgestellt werden könnte und welche Punkte den Gemeindevertretern wichtig sind.

Gerne wollen wir unsere Ideen daher mit Ihnen teilen und stellen Ihnen erste Ideen vor, die wir gerne auch mit Ihnen diskutieren wollen. Sie erreichen uns über: Kontakt.

 

Nachdem die Gemeinde Woltersdorf zu Beginn der 1990er Jahre zunächst ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hatte, kehrte sich der Trend spätestens ab 1995 zu einem starken Bevölkerungszuwachs. Dieser wurde insbesondere durch örtlich charakteristisch abweichende Neubaugebiete aufgefangen.

Diese und viele weitere Entwicklungen prägen die Ortschaft bis heute. So ist in der Gemeinde Woltersdorf kein einheitliches Ortsbild festzustellen: Schleusen- und Werderstraße, Kalkseestraße, Köpenicker Straße, Der Dorfanger um die Kirche herum, Neubausiedlungen, Schönblick oder auch das Stolp-Gebiet. Auf diese und auf viele weitere unterschiedliche Wohnsiedlungen, die sich charakteristisch stark unterscheiden, treffen wir in unserer kleinen Ortschaft.

Auch weicht die Nutzungsform der Ortsteile stark voneinander ab. Hingegen der Schleusenbereich insbesondere im Frühling und im Sommer touristisch genutzt wird, sind die weiteren Ortsteile überwiegend dem Siedlungs-/ Wohnbereich zuzuordnen - wenngleich auch vereinzelt kleinere Gewerbe oder Gewerbemischgebiete existieren. Darüber hinaus werden in der Gemeinde Woltersdorf auch in einer kurz- bis mittelfristigen Perspektive weitere Neubauflächen ausgewiesen.

Im Weiteren gibt es in der Gemeinde Woltersdorf aber auch klassische Stätten der Naherholung. Diesen können unter anderem die Badestellen am Kalk- sowie am Flakensee und die Waldflächen im Osten, Süden und Westen der Gemeinde zugeordnet werden.

Hieraus ergibt sich für die Erstellung eines Ortsentwicklungskonzeptes nunmehr der Bedarf, die diversen Ortsbilder sowie Nutzungsformen aufzugreifen und dieser einer unterschiedlichen Betrachtung zuzuführen. Auch müssen die charakteristisch voneinander abweichenden Siedlungsbereiche in ihren Eigenschaften und Ausprägungen unterschiedlich betrachtet werden.

Aus dieser Sicht heraus schlägt die SPD-Fraktion vor, das Ortsentwicklungskonzept über eine kleinteiligere Betrachtung zu erstellen. Demnach sollte zunächst eine Charakterisierung der Wohnplätze/ Siedlungsbereiche, bspw.: Werder, Schleusenberg, Kietz, Krokodilsbucht, Fuchsberge, Maienhöhe, sowie der Neubaugebiete Demos-Siedlung und Lerchenfeld vorgenommen werden.

Die Charakterisierung sollte u.a. eine Darstellung:

- der typischen Wohnbebauung und Bevölkerungsstruktur (Grundstücksgrößen, Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser, Wohnungsbau, Abstand der Bebauung zur straßenseitigen Grundstücksgrenze -> „Fluchtlinien“, Einwohnerzahl und Altersstruktur des Einzugsbereiches,

- der typischen Straßenzüge (Form/ Umfang/ Vorhandensein von Grünstreifen, Breite

  der Straßen, Ausbauform der Straßen, örtliche Bedeutung des Straßennetzes, Fuß- und Radwege etc…),

- der vorherrschenden Nutzungsformen (Stätte der Naherholung, des Tourismus, Wohnsiedlung, Gewerbe),

- der öffentlichen Flächen/ Plätze, Grünzüge

- der Haltestellen (ÖPNV, SPNV),

- der Nahversorgung

- der sozialen Einrichtungen (Kindertagesstätten, Schulen, Ärzte, Apotheken)

- der Verkaufsflächen

enthalten.

Aus Sicht der SPD-Fraktion sollte bei der Erstellung eines Ortsentwicklungskonzeptes Rücksicht darauf genommen werden, dass alle Wohnplätze/ Siedlungsbereiche über eine fußläufig erreichbare öffentliche Fläche zur Naherholung verfügen. Die öffentlichen Plätze sollen Grünflächen mit Sitzmöglichkeiten vorhalten. Entsprechend der Bevölkerungsstruktur bzw. anhand der Nutzungsform des Siedlungsbereiches kommen weitere Nutzungsformen (Spielplatz, öffentlicher Grillplatz, kleinere Sportanlagen wie Tischtennisplatten oder Fitnessgeräte) der öffentlichen Plätze hinzu. Weitere Besonderheiten müssen dann bei der Erstellung des Ortsentwicklungskonzeptes berücksichtigt werden.

Bei einer detaillierten Betrachtung dient das Ortsentwicklungskonzept künftigen Ortsgestaltungssatzungen.

Anhand der typischen Straßenzüge sollen der Bevölkerung weitere Möglichkeiten eingeräumt werden, den öffentlichen Straßenraum zu gestalten. Zum Beispiel könnte es den Anliegern erlaubt werden, Blühstreifen anzulegen. Bei breiteren Grünstreifen könnten auch Blumenkästen u.ä. erlaubt werden.

Zur Erstellung des Ortsentwicklungskonzeptes sollten Einwohnerversammlungen mit den jeweiligen Siedlungsbereichen durchgeführt werden.

Gesamtbetrachtung der Gemeinde Woltersdorf:

Als ein grundsätzliches Entwicklungsziel sieht die SPD-Fraktion eine Bevölkerungszahl von max. 10.500 Einwohnern. Bei den weiteren Siedlungsentwicklungen sind zwingend öffentliche Plätze einzuplanen. Ebenso sollen Flächen für sozialen Wohnungsbau (auch kommunal) vorgesehen werden. Insbesondere entlang der ÖPNV-Hauptverkehrsadern müssen auch Flächen für Wohnungen mit geringem Wohnraum vorgesehen werden.

Entlang der straßenseitigen Hauptverkehrsadern sollen Rad- und Fußwege entstehen. Diese verbinden das Radverkehrsnetz mit den Anliegerstraßen in den Siedlungsbereichen.

An den historischen und touristischen Orten der Gemeinde Woltersdorf werden Informationstafeln angebracht, die die Bevölkerung und die Besucher über die jeweilige Stätte informieren. Im gesamten Ort sollen Schilder (touristische Wegweiser)  auf die jeweiligen Orte verweisen. Darüber hinaus wird hier auf kulturelle Ereignisse der Gemeinde sowie der angrenzenden Kommunen hingewiesen. 

Der Eichberg an der südwestlichen Grenze zur Gemeinde Woltersdorf prägt bereits heute das Ortsbild in der Mitte der Gemeinde Woltersdorf. Derzeit werden auf dem Eichberg noch weitere Arbeiten durchgeführt. Nach der Sicherung des Eichberges sollte dieser der Naherholung und touristischen Zwecken dienen. Beispielsweise kann ein öffentlicher Wanderweg mit Raststätten erstellt werden. Dementsprechend muss der „Woltersdorfer Alpenzug“ in dem Ortsentwicklungskonzept aufgegriffen werden. Mit dem öffentlichen Parkplatz am Thälmannplatz ist hier bereits eine wichtige Infrastruktur gegeben.

Die Strandpromenade soll bis zur Löcknitz-Brücke in der Stadt Erkner durch eine naturnahe Befestigung verlängert werden. Darüber hinaus ist eine Fläche für eine öffentliche Bootseinlassstelle im Ortsentwicklungskonzept vorzusehen.

Im Umfeld der Schulen sollen öffentliche Sammelplätze für Kinder erstellt werden. An diesem Ort können Eltern ihre Kinder absetzen. Von den Sammelplätzen führt ein Leitsystem (bspw. Fußabdrücke auf Gehwegen) die Kinder zu den Schulen. Ähnliches könnte auch für den Weg von der Schule zum Hort hergestellt werden.

Mit der Woltersdorfer Straßenbahn verfügt die Gemeinde Woltersdorf über eine sehr gute ÖPNV-Anbindung in der Ost-West-Ausdehnung. Künftig muss auch eine regelmäßige Verbindung in der Nord-Süd-Ausdehnung geschaffen werden. Perspektivisch sollte daher intensiver über die Schaffung eines Pendlerbusses bzw. auch über eine Schienennetzergänzung nachgedacht werden.  

Mit den Fuchsbergen im Westen und den Waldzügen im Osten (Waldzug von der Maiwiese bis zur Autobahn) hat die Gemeinde Woltersdorf zwei bisher noch ungenutzte Potenziale.  

Eine Wohnbebauung an diesen Plätzen wird in einer langfristigen Perspektive gar nicht bzw. nur in einem sehr geringen Umfang an den bestehenden Wohnsiedlungskanten gesehen.

Für die Fuchsberge sollten jenseits der Grünfläche weitere öffentliche Nutzungsformen diskutiert werden (Reitplatz, Hundetrainingsplatz, öffentlicher Mini-Fußballplatz. In den Sport- und Freizeitanlagen werden ebenfalls öffentliche Spielflächen für Fußball, Volleyball und andere Sportarten gesehen.

Die Waldflächen im Osten des Schleusengebietes könnten zu einer Waldparkanlage entwickelt werden. Hier könnte in einem Teilgebiet beispielsweise ein „Bürgerwald“ entstehen, der Baumpflanzungen durch Bürgerinnen und Bürger zulässt (bspw. Lebensbäume). Dies würde zudem die Waldumwandlung von dem vorherrschenden Kiefernwald in einen Mischwald fördern. Dieser wird insbesondere in dem Waldgebiet zwischen Maiwiese, Aussichtsturm und Liebesquelle gesehen.

Im Weiteren hat die Gemeinde Woltersdorf ein hohes Potential für kulturelle Veranstaltungen. U.a. ist hier die Filmgeschichte zu nennen. Mit der Maiwiese verfügt die Gemeinde bereits über eine öffentliche Veranstaltungsfläche. Diese ist im Ortsentwicklungskonzept als solche zu benennen und auszuweisen. Auch die alte Schule im Ortszentrum ist als kultureller Ort festzusetzen.

Für die Jugendlichen und Kinder der Gemeinde muss im Ortsentwicklungskonzept ein Raum für einen Jugendclub gefunden werden.

Der Bauernsee verfügt bereits über einen kleinen öffentlichen Zugang. Die Gemeinde verfügt über mindestens ein weiteres Grundstück an diesem See. Die Flächen müssen einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Vorstellbar sind öffentliche Angelplätze und ein Gemeindebegegnungszentrum.

An den weiteren Seen ist der Bau von Parkflächen sowie die Ausschilderung der Badestellen aus Sicht der SPD-Fraktion erforderlich. Hierzu muss – auch unter Betrachtung der möglichen rechtlichen Folgen (Rettungsschimmer) – über die öffentlichen Badestellen gesprochen werden.

 
 

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Strandpromenade

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