Wie geht es weiter mit dem Schleusenidyll?

Veröffentlicht am 06.02.2021 in Kommunalpolitik

Da steht es nunmehr seit 30 Jahren im Dornröschenschlaf: Das Schleusenidyll. Noch heute kann man viele Stimmen hören, die sich gut an die alten Zeiten erinnern, als hier noch Getränke ausgeschenkt wurden. „Das war früher meine Kneipe.Ich glaube 1989 wurde die geschlossen.“ Und während man dort steht und versucht, das Schleusenidyll gekonnt in Szene zu setzen, um die noch immer bestehende Schönheit – trotz des vorangeschrittenen Verfalls – und den Charme des Gebäudes einzufangen, blickt man in die Umgebung und richtet ein freundliches „Hallo“ kopfnickend zu dem einen oder anderen bekannten Gesicht aus dem Ort. An anderer Stelle dringt auch ein laut immer wieder ins Ohr: „Oh, Schade. Schau mal dort. Das Haus.“

Nach nunmehr 30 Jahren, in dem das Schleusenidyll seinen verwunschenen Charakter ausgebildet hat, beziehungsweise vielmehr durch einfaches Nichtstun zwangsläufig erhalten musste, wurde es seitens des Eigentümers/ der Eigentümerin nun Ende des Jahres 2020 zur Veräußerung auf den Markt gegeben. Die Gemeinde selbst hatte Anfang der 1990er Jahre zusammen mit den Gemeindevertretern eine Besichtigung durchgeführt, um zu eruieren, ob das Schleusenidyll künftig zu einer Kindertageseinrichtung umgebaut werden könnte. Schon damals jedoch hat man von diesem hehren Ziel Abstand nehmen müssen. Die Kosten für die Sanierung und Renovierung wären zur damaligen Zeit einfach nicht aufzubringen gewesen. Später nochmal – Mitte der 2000er Jahre, hat die Gemeinde den Versuch unternommen, das Gebäude in ihr Eigentum zu überführen – jedoch ohne Erfolg. Und jetzt? Im Februar 2021 steht der Verkauf kurz vor dem Abschluss – eine neue Eigentümerin ist gefunden.

In den vergangenen zwei Wochen befassten sich nun die Gemeindevertreter intensiv mit dem Objekt, das inmitten eines unserer schönsten und attraktivsten Gegenden liegt. Nicht umsonst ist man seit vielen Jahren daran, einen Bebauungsplan zu erstellen, der das städtebauliche Bild des Schleusenreviers in Zukunft sichern solle.

Viele Varianten kamen auf den Tisch und wurden beraten:

- Vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen? 

- Ebenfalls ein Angebot abgeben?

- Eine neue Veränderungssperre, um gerade im Hinblick auf das Schleusenidyll die öffentliche, 

  kommunale  Planungshoheit umzusetzen?

- Wie kann die Aufstellung des Bebauungsplanes nun beschleunigt werden?

 

Doch gerade bei der Kaufvariante gibt es viele Variablen, die man berücksichtigen muss. So hat die Gemeinde einen hohen Stand an Gebäuden, die erhalten und gepflegt werden müssen. In den kommenden Jahren soll auch die Errichtung eines schulnahen Hortes durchgeführt werden. Viele weitere gemeindliche Anlagen – wie Spielplätze und Straßen – haben in den kommenden Jahren ebenfalls erhöhten Investitionsbedarf und auch beim Brandschutz und  Fuß- sowie Radwegen sind in den kommenden Jahren hohe Summen zu verauslagen. Und dieses Für und Wieder veranlasste uns auch innerhalb der Fraktion zu einer regen Diskussion über unsere weiteren Kurs.

Ein weiteres  sanierungs- und renovierungsreifes Gebäude würde den Haushalt zusätzlich sehr stark belasten. Sicherlich ist die Lage des Schleusenidylls hervorragend, aber klar ist auch: Die Gemeinde kann in der gegenwärtig bestehenden unsicheren Haushaltslage kein Objekt dieser Art in diesem Zustand mit ausreichend Mitteln wiederherstellen und den weiteren Verfall stoppen.

Eine Alternative wäre da der Abriss, verbunden mit dem Verlust des Gebäudes im Ortsbild.

Im Ergebnis bleibt also festzustellen, dass man als Gemeinde nicht beides haben kann. Entweder verfügt die öffentliche Hand über Grund und Boden, dann aber – und so ehrlich, klar und nüchtern muss man das betrachten – ohne das Schleusenidyll, oder aber man verfügt nicht über Grund und Boden, dafür könnte das Schleusenidyll aber, vorausgesetzt die neue Eigentümerin hat ein Interesse daran, erhalten bleiben.

Als Gemeindevertreter lohnte sich dann auch der Blick auf die Interessen der künftigen Eigentümerin. Welche Ziele, Interessen und Pläne bestehen ihrerseits? Hier lag den Gemeindevertretern nebst einer ausführlichen schriftlichen Vorstellung auch das Angebot vor, die Käuferin würde notariell beurkunden, dass die weiterführenden Arbeiten am Objekt erst mit Abschluss der Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgen und mit der Gemeinde abgestimmt werden.

Aus meiner Sicht ist das Angebot der zukünftigen Eigentümerin sehr zu begrüßen. Mit Blick auf das Schleusenviertel wird die Gemeinde mit der Aufstellung des Bebauungsplanes zusätzliche öffentliche Flächen mit Zugang zum Wasser akquirieren können. Wenn dieses Gebäude auch weiterhin in privater Hand bleibt, nimmt man unter den zukünftigen Voraussetzungen der kommunalen Planungshoheit die Möglichkeit in Anspruch, den bestehenden städtebaulichen Charakter samt dieses Altbaus an der Schleuse auch für die Zukunft zu bewahren und diesen nicht neu zu definieren. Sicherlich liegt der Erwerb eines Grundstückes inmitten des teilweise bestehenden Sanierungsgebietes im öffentlichen Interesse, jedoch trifft dies auch für den Erhalt des Ortsbildes zu.

In einer gesamten Betrachtung hat sich die Mehrheit der Gemeindevertreter dafür ausgesprochen, das Ortsbild zusammen mit der künftigen Eigentümerin zu erhalten. Ich freue mich, dass das Schleusenidyll auch in Zukunft Bestandteil des Ortsbildes sein wird und mit neugewonnener alter Schönheit einen städtebaulichen Mehrwert für unsere Schleuse schafft.

 

Christian Stauch

Vorsitzender der SPD Fraktion

 
 

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