Zäune und Mauern in Woltersdorf - Ein Kommentar von Walter Teufel

Veröffentlicht am 09.03.2021 in Allgemein

Woltersdorf ist ein schöner Ort. Jedenfalls zu den Jahreszeiten , in denen alles grün ist.

Wer dann mit offenen Augen durch unseren Ort geht, kann gar nicht anders als die wunderbaren Alleen, die schönen Uferstreifen, den Wald zu  bewundern. Natürlich gibt es auch hässliche Flecken. Verwahrloste Grundstücke, verfallende Datschen, verrostete Drahtzäune, kaputte Bootsstege, Sandstraßen, die mit keinem Fahrzeug gefahrlos zu befahren sind, lebensgefährliche Bürgersteige.

Es gibt schon noch einiges zu tun.

Aber es gibt auch Lichtblicke: zum Beispiel neue Häuser, renovierte Häuser, neu gepflasterte Straßen, bunte Kindergärten und - darum geht es hier und darüber sollte man durchaus mal ein paar Worte verlieren - Grundstücksabgrenzungen in einem neuen Stil, eine interessante Entwicklung:

 

Jeder Grundstücksinhaber hat den verständlichen Wunsch , seinen Flecken von anderen abzugrenzen. Hatte man früher als Grundstücksgrenze meist einfache Zäune aus allen denkbaren Materialien, kleine Mauern und Hecken, so werden diese Grenzen jetzt aufwändiger, sichtbarer.

 

Der einfache, niedrige Zaun wird abgelöst durch ein modernes, stabiles, langlebiges und pflegeleichtes Exemplar, fast immer aus Metall. Als ergänzender Schmuck wird gerne farblich abgestimmtes Kunststoffband durch den Zaun geflochten. Es entsteht so ein eher geschlossenes Bild. Als Farbe gerne schwarz oder ein schönes dunkles grau. Er ist jetzt höher als früher, bis zu 2m hoch, und je länger, desto eleganter wirkt er.

 

Manchmal ist es aber auch nur ein einfacher schlichter Holzzaun, mit ebenfalls farblich abgestimmten Brettern zwischen den Pfosten,  aber nicht das langweilige Latte - Lücke – Latte , sondern geschlossen: ein tadelloses Bild, das bei schönen Beispielen neben der Höhe auch durch die  Länge beeindruckt. Die Höhe hatten wir oben schon betrachtet; an Länge gibt es bis zu 70 Meter  in Woltersdorf. Diese modernen Zäune sind nicht nur Abgrenzung, sie sind Bauwerke. Zeitlos und schön.

 

Aber die Krönung  der Grundstücksabgrenzung ist  zweifellos die moderne Mauer.

Hoch, lang, weiß ist hier das Credo . Nicht glatt, sondern schön strukturiert. Mit Pfeilern und angedeuteten Zinnen. Eine solche Mauer wird nicht so einfach hingestellt wie ein Zaun. Sie hat einen Bauherrn. Sie hat einen Architekten.  Diesen Mauern sieht man an, dass Bauherr und Architekt um den Eindruck gerungen haben, den sie erwecken soll. Sie soll Blickfang sein. Und man kann auch sehen, dass viel Liebe und einiges vom sauer verdienten Geld der Bauherren in diese Werke eingeflossen sind, und auch hier gibt es gute Beispiele, wie sie dem einen oder anderen aus Hollywood oder München – Grünwald bekannt sind: In Woltersdorf  bis zu 2 Meter hoch, 20, 30, auch 60 Meter lang. Solche Bauwerke prägen das Ensemble. Das ist Architektur. Das ist Eleganz. Das ist offensichtlich die Zukunft.

 

Mancher mag einwenden, dass diese modernen Zäune und Mauern die Hecken verdrängen.

Ja.  Aber wir haben so viel Grün im Ort, da können wir auf ein bisschen gerne verzichten.

Und wenn es sein muss, könnte man sie ja auch grün anstreichen.

Oder:  Man kann ja jetzt gar nicht mehr durch den Zaun auf den See schauen.

Ja. Aber müssen wir wirklich an jeder Stelle auf das Wasser sehen können ? Haben wir nicht genug sichtbares Wasser im Ort?

 

Also: Nicht kleinlich denken! 

 

Wir können erwarten, das noch viele schöne Stücke folgen werden. Gemeindeverwaltung und  Gemeinderat und hier besonders der Bauausschuss sind gut beraten, diese Entwicklung  zu fördern; vielleicht kann auch der Verschönerungsverein Einfluss nehmen.

 

Das Ortsbild Woltersdorfs wird sich wandeln von der schlichten Gartensiedlung hin zu einem eleganten Ort  mit manchem mondänen Platz.

 

Es gibt städtebauliche Wettbewerbe , bei denen es um ein schönes, harmonisches und geschlossenes Ortsbild geht. Da könnte sich Woltersdorf dann hervortun.

 

Walter Teufel, Mitglied der SPD Woltersorf

 
 

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